Und, wie erziehst du?


Erziehung …

Vor 6 Jahren: Zuckerrohr und Peitsche.

Vor 2 Jahren: Bedürfnissorientiert.

Jetzt: Ich hab keine Ahnung.

 

Bedürfnisorientiert war die Antwort auf meine eigene miserable Kindheit.

Das Gegenteil von Gehorsam und Pflichten. Von Liebesentzug, von Desinteresse, von Psychischer Gewalt.

Ich habe sehr viel in dieser Zeit gelernt.

Über meine Kinder, meine Ansichten und vor allem auch über mich.

 

Meine Kindheit

Ich habe gelernt, dass ich erst mit meinem inneren Kind Frieden schließen muss. Das ich meine Vergangenheit aufarbeiten muss. Ich meine Kindheit, die Beziehung zu meiner Mutter, zu meinen Vater spiegel muss.

Der Weg war in der Tat nicht einfach, und bei weitem bin ich damit noch lange nicht fertig.

 

Aber ich habe gelernt, Glaubenssätze zu hinterfragen und wurde mir bewusst, dass das, wie man es halt macht, auch anders gemacht werden kann.

Ich bin nicht meine Mutter.

 

Mein inneres Kind

Ganz viel dazu beigetragen hat eben dieses.

 

„Was ist das eigentlich für ein Quatsch?

Meine Vergangenheit ist meine Vergangenheit. Daran kann ich eh nichts mehr ändern. Wozu den ganzen Schmerz wieder ausgraben?! Das Leben geht weiter, also was soll‘s?“

 

Das waren so meine Gedanken, als ich das erste Mal davon lass.

Ewig her.

Aber irgendwann stolperte ich über eine Meditation, worin versprochen wurde sein inneres Kind zu treffen.

Ok, kann man ja mal ausprobieren, im schlimmsten Fall hab ich ne halbe Stunde vergeudet, wenn‘s klappt, weiß ich endlich wovon da geredet wird.

Was mit mir passiert ist und wo man die Meditation findet, kannst du gern bei „unsere erste Begegnung“ nachlesen.

 

Seitdem wusste ich, was der Quatsch sollte.

Und das es kein Quatsch ist.

 

Das da was aus meiner Vergangenheit ist, in meinem Unterbewusstsein, welches mich im hier und jetzt aufhält.

Wegen falscher Glaubenssätzen.

Wegen falschen Ansichten.

Wegen aufgezwängten und eingeredeten Meinungen.

Wegen schlechter Erfahrungen.

 

Das Kind, was ich war, hat viele Dinge durchgestanden, sich seine Meinung gebildet und diese Meinung ist wie festgebrannt in meinem Hirn.

Es wurde Zeit auch da aufzuräumen.

 

Kinder müssen nicht still und ruhig, folgsam und lieb sein.

Kinder sind nicht das Abbild ihrer Eltern und Mütter müssen nicht alles schaffen. Väter können sich Elternzeit nehmen und mit Barbie’s spielen.

Kindergarten und Krippe sind keine Pflicht, man ist nicht asozial, wenn man zuhause ist.

Ich bin meiner Mutter zu nichts verpflichtet, nur weil sie mich auf die Welt gebracht hat.

Und vor allem: Ich bin toll, so wie ich bin!

 

Auch, wenn man mir gesagt hat, ich wäre so blöd weil ich die Quadratwurzel aus was-auch-immer nicht ziehen kann.

Auch, wenn man mir vorhergesagt hat, aus mir wird mit der 3 auf dem Zeugnis sowieso nichts.

Auch, wenn man mir ständig gesagt hat, die Nachbarskinder wären viel toller als ich.

Und vor allem, auch, wenn man mir ständig gesagt hat, man hätte mich eh nicht lieb – warum auch.

 

Mein inneres Kind hat ein Trauma nach dem anderen durch, hat Mauern gezogen noch und nöcher, hat sich von allem was weh tun könnte abgewendet und nahm es in mein erwachsenes Ich mit.

 

Auch mit 30 war ich der Meinung ich bin blöd, zu nichts zu gebrauchen, dachte ich wäre es nicht wert, dass man mich wirklich liebt und aus mir wird sowieso nie etwas.

Nicht umsonst hab ich bis heute keinen Führerschein.

 

Und diese Glaubenssätze wendete ich auch auf die Beziehung bei meinen Kindern an.

Ich rastete bei den Hausaufgaben aus, weil ich es nie anders kennengelernt habe.

Ich beleidigte sie, wenn sie meiner Meinung nach etwas nicht schnell genug verstanden.

Ich wurde unfair und verglich sie mit anderen, wenn ich nicht weiter wusste.

 

Ich war eine Arschlochmutter, wie meine damals.

 

Es wurde Zeit, dass ich meinem inneren Kind mal näher komme, ihm erkläre, dass das, was war, vorbei ist.

WIR schon neue, ganz andere Erfahrungen gemacht haben, aber es diese nicht sieht, wegen der Mauer.

Weil es an dem – was war – festhält.

 

Und je näher ich meinem inneren Kind kam, je mehr ich mich mit ihm aussöhnte, ihm vertraute, es mir vertraute, umso näher kam ich meinen Kindern wieder.

 

Und auf einmal lief alles auf Augenhöhe…

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